Transalp 2013 (Trans Tirolis), Etappe 4
Transalp 2013 (Trans Tirolis), Etappe 4
Etappe | Start / Ziel | Fahrzeit [hh:mm] | Länge [km] | V [km/h] | Höhen + [m] | Höhen – [m] |
Tag 4 | Hintertux – Zirog (Enzianhütte) | 07:29 | 47 | 3,8 | 1800 | -1424 |
Hintertux war uns sympatisch. In mehrerlei Hinsicht. Super Zimmer, super Mangare, super Relaxed starten wir in den Tag. Meine Schuhe scheinen zu halten (vorerst) und fühlen sich soweit ganz ok an. Nach einem leckeren Bikerfrühstück starten wir nach Hintertux zum Wasser tanken am öffentlichen Brunnen.
Start frei in Hintertux
Die Auffahrt führt nach einigen Metern in ein Waldstück und wechselt alsbald in einen perfekten Schotterweg. An der Bichlalm vorbei weiter Richtung Wasserfall. Wir nehmen nicht den normalen Weg zum Tuxer Joch sondern wählen wieder die härtere Variante über den Sommerweg.
Im Hintergrund bereits der Wasserfall mit Einstieg zum Sommerweg zu sehen
Auch die Hardware muss rasten
Der Weg zum Wasserfall hat eine satte Steigung. Biken unmöglich. Mittlerweile sind wir es gewohnt unsere Räder per Handbetrieb fort zu bewegen. Bei dieser Tour werden auch die Oberkörper leicht (stark) trainiert.
Steile Schiebestrecke, die Perspektive täuscht wieder einmal
Steve vor 25 Jahren an der gleichen Stelle; damals wurde natürlich gefahren! eh klar
Endlich ist der Einstieg erreicht der sich nochmals aufsteilt. War das erste Teilstück der Schiebestrecke nicht schlecht, so gestalten sich die ersten Meter beim Wasserfall als echtes Schmankerl. Sausteil + 20kg Radl = leck mich a. A….! Also Oberkörpertraining – wie bereits besprochen.
Zum Glück ist das heftige Teil des Weges recht kurz und schnell überwunden. Dafür müssen wir uns wieder mit dem weißen Kumpels, den Schneefeldern herumschlagen. Mittlerweile sind wir technisch fit und die Überschreitung geht gut von der Hand bzw. Fuß. Jedoch birgt dieses Schneefeld eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Steil sowieso mit Anbindung an einen Gletscherbach im Auslaufbereich. Sturz mit Rutschen bedeutet unter Umständen im Bach zu landen. Bei einer Wassertemperatur von geschätzten 7 – 8 Grad sicherlich kein angenehmer Auftrag. Den Weg retour zu finden wäre die nächste, nicht einfach lösbare Aufgabe.
Und endlich sind auch wieder unsere Freunde dabei, die Schneefelder
der heftige Teil ist bereits überstanden
Mit richtiger Technik geht es gut voran, stürzen verboten, der Bach wartet auf dich
Als die Kraxelpartien ein Ende nehmen, werden wir mit einem gewaltigen Ausblick ins Tal belohnt. Ab sofort sollte es moderater weiter gehen. Doch nur kurz als wieder eine Lawine überwunden werden muss. Diesmal allerdings ohne Absturzgefahr.
Ein toller Blick ins Valley
Vor der Lahn …
… ist nach der Lahn
Wir überqueren den Bach und können endlich wieder einige Meter biken. So lange, bis das Gelände wieder aufsteilt und wieder die Oberkörpermukies zeigen müssen, was sie können.
Eindeutiger 29er Vorteil – verschwindet nicht gleich im Bach
Besuch
Armtraining, hatten wir doch schon einmal
Weiter oben ist der Weg mit Schnee derart zugebrettert, dass ein Vorankommen gänzlich unmöglich ist. Wir kürzen direkt auf die andere Talseite ab und sparen uns so einen komplizierten Wegabschnitt. Jedoch muss zuvor wieder der Bach gequert werden. Darin haben wir bereits Routine und bereitet uns dadurch keine Sorgen.
Los Watos durch Bachos, auch mit 26er möglich
wieder auf trockenem Grund
Nach kurzer Fahrerei kommt wieder einmal, wie kann es anders sein, ein Schneefeld. Dieses zieht sich bis kurz vor die Tuxerjoch Hütte. Dort angekommen wird ausgiebig gepaust. Riegel, Gel, Wasser. Bekannte Jausen Schmankerln eben.
Die letzten Meter zum Tuxer Joch Haus, eh logo, wieder übers Schneefeld
Weißer Teppich die 125’ zigste
Richtung Norden zum wirklichen Joch geht es weiter. Beim Kreuz wird das obligatorische Foto gemacht und gleich abwärts geht es weiter, denn es weht ein frisches Lüftel. Und was folgt? Der interessierte Leser weiß es bereits, genau! Ein Schneefeld.
Die folgenden Höhenmeter Richtung Tal sind leicht ernüchtern, denn es lässt sich so gut wie gar nichts fahren. Ein recht ruppiger Weg, schmal, steil, grobe Geländestufen.
Für uns nicht wirklich fahrbar. Also per pedes weiter. Die folgenden 500 Höhenmeter koffern wir also mit unseren Bikes am langen Arm abwärts.
Und endlich wieder eine Bachüberquerung, ich dachte schon mir fehlt etwas
Auf knapp 1800 Höhenmetern geht endlich wieder ein fahrbarer Weg weiter. Wir lassen es krachen und zwar heftig.
Heftig genug, dass kurz nach einer Weidegatter Überquerung Marios Kette heraus fliegt. Die verkeilt sich derart heftig zwischen Kurbel und Kettenblatt, dass eine langwierige Puzzlearbeit notwendig wird um dieses Problem in den Griff zu kriegen.
In Kasern tanken
In Kasern wird auf diesen Schrecken ein Radler gekippt. Doch nur kurz die Rast denn der Weg ist noch weit Richtung Brenner und noch weiter Richtung Zirog. Mittlerweile haben meine Schuhe gänzlich den Geist aufgegeben. Beide Sohlen hängen relativ lose herab, ein Gehen fast unmöglich. Zum Glück wird ja jetzt wieder etwas gefahren und sollte so klein Problem für mich darstellen.
Es folgt eine kräftige Asphaltbretterei bis Stafflach und ein Anstieg bis Gries wo wir im ADEG auftanken. Bananen, Riegel sogar Red Bull habe ich auf der Einkaufsliste gefunden.
Am Brennerseee vorbei (auf der Bundes)
Der Brenner ist dann nur mehr einen Katzensprung entfernt und ein großer Cappuccino wird auf italienischer Seite eingenommen.
Grenzüberfahrt vor 25 Jahren: Der Steve mit voll feschem Gelbhelm
Den Kaffee haben wir uns richtig verdient
Gegenüber des Brennermarktes wird bei Enzo im Radladen gestoppt und so komme ich endlich zu neuen MTB Schuhen.
Guckst du Material bei Enzo Super Beratung, super Schuhe, super Preis, alles super.
die ALTEN, zaach ge?
die NEUEN, fesch ge?
Weiter mit neuen Schuhen, zum Glück sind die Cleads an den Schuhen perfekt eingestellt und das Treten geht gut vom Fuß. Jeder Biker weiß, dass kann eine nervige Fummelei sein.
Ein gutes Stück am Radweg entlang bis zur Auffahrt Richtung Enzianhütte. Unter der Autobahn hindurch und weiter auf einer asphaltierten Straße.
danke für die Pause, i hab koan Schmalz mehr
Mittlerweile geht mir/uns der Schmalz aus und die letzten Höhenmeter ziehen sich, ja gehen schwer von den Beinen. Pause, Kohlehydrate, weiter. Wieder schweres Pedallieren, es mag nicht mehr so recht. Endlich am Zirog vorbei kommt die Enzianhütte erstmals ins Blickfeld.
Endlich schlagen wir am Etappenziel auf und werden mit “Abendsonne auf Terrasse Stimmung” belohnt. Zwei Innsbrucker Motorbiker Kollegen haben uns vor einigen Minuten überholt und sitzen bereits bei Spaghetti und Hülse.
Endlich am Ziel, Enzianhütte
Die wirkliche Belohnung erfolgt zehn Minuten später als ein Wagen mit unserem Mädels vorfährt. Iris, Ilona, Elfi und Marina teilen mit uns die Abendstimmung. Wir verbringen einen netten Hüttenabend und genießen dabei auch einige Südtiroler Schmankerln.
Viele Geschichten werden erzählt, speziell Schmankerln der letzten Tage und dabei wird viel gelacht. Neunerlen um Zehn – für Rätselrater.
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