Pirchkogel
Pirchkogel
Traditionsgemäß gehts auf nach Kühtai. Dort ist der Mai – wenn nicht auch noch der Juni, immer noch gut für eine Schitour.
Heuer vielleicht nicht ganz so lange, aber ich würde mal meinen, je nach Wetterverhältnissen und Schitragelust reichts bis Ende Mai. Später dann kann man ja mit dem Bike zum Stausee Finstertal hinauffahren und am Ende vom See noch auf Sulzkogel oder Finstertaler Schartenkopf oder weiter auf die Kraspesspitze gehen.
Heute „nur“ auf den Pirchkogel, weil eigentlich wieder einmal alles GEGEN eine Schitour spricht. Aber probieren wollte ich es und die Anwesenheit von geschätzten 20 Mitbewerbern gab mir recht. Die Hälfte des Aufstieges ist ehemalige Piste, daher recht kompakter Frühjahrsschnee. Und die zweite Hälfte ist aufgrund der Häufigkeit der Begehungen erstens gut eingefahren und liegt zweitens hoch genug, daß die kühlen Nachttemperaturen ihres dazu beitragen, gute Bedingungen zu schaffen.
Vom Parkplatz trage ich die Schi wenige Minuten zum ersten Schneeband und kann schon mit Fellen loslegen. Auf alten Kunstschneeresten gehts fein dahin, bis plötzlich ein 30 mtr aperes Grasband vor mir ist.
Ich ziehe die Bretter wieder aus und überwinde die Grünstelle so. Dann gehts weiter und bald bin ich auf der Hochebene. Es „flimselt“ leicht und auf dem Altschnee bleiben 2 cm Neuschnee liegen.
Am liebsten würde der Schnee wieder auf den Fellen aufpappen, ich muß voll Haß wegen dem Umstand mehrere Male fest auf den Boden stampfen, um die unnötigen Stöckel loszuwerden. Aber wer das kennt, weiß, dass alles keinen Sinn hat (außer, Schiwachs auftragen, aber ich habs im anderen Rucksack). Also stöckle ich halt rauf bis zur letzten Schleppliftstation und es drückt mir die Zornkabel aus dem Hals. Wenn dieses scheiß Aufstollen nicht aufhört, schmeiß`ich die Brettln zum Teifl!!!! Da jedoch taucht ein Felsen neben der Spur auf. Wie ein Bär, der sich an einem Baum reibt und kratzt, schabe ich den ganzen Gammel vom Fell (haha, ich hab`auch ein Fell, nicht nur der erwähnt Bär), indem ich auf dem Felsen den Schi vor und rückwärts bewege. Jawoll, das hat genutzt! Jetzt ist der Weitermarsch über die letzten schönen Schihänge wieder eine Lust.
Das Wetter hält noch erstaunlich gut, das frühe Aufstehen hat sich bezahlt gemacht. Am höchsten Punkt dann sehe ich hinten das Gipfelkreuz. Wenn ich mich recht erinnere, war ich das letzte mal 2003 hier heroben und bin nicht zum Kreuz zurück (man muß ein paar Höhenmeter ab- und dann wieder aufsteigen). Also hole ich das Kreuzerlgucken heute nach und fahre samt Fellen auf den Schi die paar Meter ab und genieße den Blick ins Schneetal (dort will ich auch mal runter).
Blick ins Schneetal
Bald schon zieht Nebel auf und ich beeile mich, wieder auf den höheren, kreuzlosen Mugel zurück. Dort treffe ich einen Kollegen, der mich kennt. Aber ich ihn nicht? Jedenfalls haben wir unsere Erfahrungen der letzten Wochen ausgetauscht. Auch er schaut immer mal rein beim „Richi Obendorfer“ und staunt, gleich wie ich, was der Mensch für tolle Touren niederbügelt. Und dann erzähle ich von meiner Ambergerhüttenreinfalltour letzte Woche. Dann weiß der Kollege auch plötzlich, woher er micht kennt: aus dem Internet. Er bestätigt, daß er den Amberhüttenbericht schmunzelnd gelesen hat und den „Birgitza“, ja, den kennt er auch. Wir lachen, bevor zuerst er und wenige Minuten ich selbst Richtung Kühtai fahren und den gar nicht schlechten Schnee genießen, während noch einige unerschrockene Richtung Gipfel hinaufkeuchen.
8.5.2010
Christian Hilgarter